Wie verwandle ich ein Rennvelo in ein Gravelbike?

Du möchtest das Asphaltieren hinter dir lassen und lieber entspannter und abseits des Verkehrs unterwegs sein ohne dir gleich ein neues Velo zu kaufen?Hier sind unsere Tipps, wie du dein Rennvelo selbst in ein Gravelvelo umrüsten kannst.

Was ist ein Gravelvelo?

Zwischen Rennvelo, Mountainbike, Cyclocross und Trekkingvelo angesiedelt, erfährst du hier, was Gravel ausmacht – und warum sich der Einstieg lohnt. Ob für Wochenendausflüge, den Arbeitsweg, Entdeckungstouren in deiner Umgebung oder Bikepacking: Es gibt viele gute Gründe, aufs Gravelvelo umzusteigen!

Ein vielseitiges Velo für jedes Terrain, zwischen Strasse und Trail

Ein vielseitiges Velo für jedes Terrain, zwischen Strasse und Trail.

Technisch verbindet das Gravelvelo die DNA von Rennvelo und Mountainbike und eröffnet Velofahrenden mehr Freiheit. Du musst dich nicht mehr zwischen Strasse und Trail entscheiden: Das Gravelvelo setzt auf technische Optimierung für beide Untergründe:

• Ein steifer, aber leichter Rahmen wie beim Rennvelo
• Eine Einfachkurbel und eine breitere Kassette wie beim Mountainbike
• Stollenreifen und breite Pneus, angesiedelt zwischen Rennvelo- und MTB-Reifen

Mountainbike, Gravel oder Cyclocross – wie wählst du richtig aus? 

Welches Velo passt zu deinen Touren oder Bike-Trips? Je nach Praxis findest du hier das Wichtigste zu jedem Velotyp:

Gravelvelos eignen sich sowohl für die Strasse als auch für Trails. Leicht und robust, sind sie auch eine gute Wahl für Reisen.
Mountainbikes sind speziell für technische Wege und Trails konzipiert. Auf diesen Terrains sind sie unschlagbar, dafür aber schwerer und auf der Strasse weniger effizient.
Zum Schluss: Cyclocross-Velos wurden speziell für Rennen entwickelt. Sehr leicht, aber auch fragiler als ein Gravelvelo – ein Velo für Performance, nicht für Komfort.

Gravel steht für eine freie und spielerische Art des Velofahrens, die jede und jeder individuell definiert, ob mit Fokus auf Tempo, Technik oder Abenteuer.

Umbau: die Schritte, um dein Rennvelo in ein Gravelvelo umzurüsten

Manchmal reicht schon ein Reifenwechsel, um auf Waldwegen zu fahren und eine Tour fernab vom Verkehr zu geniessen. Um Fehlfunktionen an deinem zukünftigen "Gravelvelo" oder Montageprobleme zu vermeiden, überprüfe immer im Voraus, ob die Teile, die dich interessieren, mit deinem Rennvelo kompatibel sind. Hier sind ein paar Tipps, wie du dein Rennvelo selbst in ein Gravelvelo umrüsten kannst.

⚠️ Hinweis: Überprüfe unbedingt, dass die Umrüstung die Garantiebedingungen nicht beeinträchtigt, bevor du unsere Tipps umsetzt.

Schritt 1: Die Reifen oder Räder deines Velos wechseln

Der erste Schritt, um dein Rennvelo in ein Gravelvelo umzurüsten, ist der Reifenwechsel. Rennveloreifen sind glatt und 23 bis 30 mm breit, während Gravelreifen profiliert sind und in der Regel eine Breite von 35 bis 45 mm aufweisen.

Die Rennveloreifen gegen Gravelreifen austauschen

Während beim Rennvelo die Lauffläche möglichst schmal gehalten wird, um den Rollwiderstand zu minimieren, setzt man beim Gravel auf breitere Reifen für unebenes Gelände und bessere Haftung bei nassen Bedingungen. Der erste Schritt, um dein Velo offroad-tauglich zu machen, ist der Wechsel auf breitere, profilierte Reifen.

Einige Rennvelos haben Felgen und Gabeln, die Reifenbreiten bis zu 35 mm zulassen. Das ist ein guter Anfang, um auf wenig technischen Wegen zu fahren. Deine neuen Reifen sind profiliert und breit. So kannst du mit tieferem Luftdruck fahren und hast auf verschiedenen Untergründen mehr Grip.

Beim Umbau deines Rennvelos zu einem Gravelvelo musst du die Kompatibilität aller Komponenten sicherstellen:

• Deine neuen Gravelreifen müssen auf deine Rennvelo-Felgen passen.
• Achte unbedingt darauf, dass der Reifen weder den Rahmen noch die Gabel berührt und dass genügend Freiraum vorhanden ist (Schlammdurchgang), ohne den Rahmen zu beschädigen.

Felgen wechseln für technischeres Graveln

Für anspruchsvolleres Graveln lohnt es sich, auch die Felgen zu wechseln. Gravel-Felgen aus Aluminium fangen die permanenten Schläge im Offroad-Einsatz oft besser ab. Sie ermöglichen es zudem, technischere Wege zu fahren, da sie breitere Reifen bis 40 oder sogar 45 mm aufnehmen können – sofern die Gabel deines Velos dies zulässt. Bevor du einen solchen Wechsel vornimmst, ist es wichtig zu prüfen, ob dein Velo für diesen Felgentyp geeignet ist!

Auch das Bremssystem deiner neuen Felgen muss sich an das bereits vorhandene System an deinem Velo anpassen, wenn du grössere Umbauten vermeiden willst. Ein Scheibenbremssystem ist dabei klar zu bevorzugen, da es für Gravel besser geeignet ist als Felgenbremsen.

Ein weiterer Vorteil des Umstiegs auf Gravelräder durch den Wechsel von Felgen und Reifen ist die Möglichkeit, tubeless zu fahren. Diese schlauchlosen Systeme erlauben einen deutlich tieferen Reifendruck und erhöhen so Grip und Komfort. Bei der Wahl von Felgen und Reifen ist es deshalb wichtig, deinen Einsatzbereich zu definieren und die Ausrüstung entsprechend auszuwählen.

2. Schritt: Die Anpassungen des Lenkers, um Vibrationen abzufedern und das Gleichgewicht zu finden.

Abfahrten auf der Strasse sind oft Momente der Entspannung und Erholung. Im Gravel ist die Abfahrt eine eigene Disziplin. Wie bei jeder fahrerischen Fähigkeit hilft das passende Material, sich das Velofahren zu erleichtern. Gravel-Lenker übernehmen die Form von Rennvelo-Lenkern, sind jedoch stärker ausgestellt, um maximale Stabilität in der Abfahrt zu bieten. Um mit dem Umbau deines Velos zu beginnen, kannst du zuerst das Lenkerband wechseln und so den Komfort erhöhen.

Das Lenkerband an deinem Lenker wechseln

Einfach und kostengünstig gewechselt, ist das Lenkerband der erste Umbau, den du an deinem Rennvelolenker vornehmen kannst. Bevorzuge ein dickes, weiches und schaumiges Lenkerband, das Vibrationen gut aufnimmt. Manchmal lohnt es sich sogar, das Lenkerband doppelt zu wickeln, um ein noch komfortableres Polster für Handflächen und Handgelenke zu erhalten. Alternativ kannst du Gel-Band für maximalen Komfort verwenden.

Den Lenker am Velo austauschen

Wenn du technisch anspruchsvolleres Graveln planst, etwa auf losem Geröll oder Sand, kann sich ein Gravel-Lenker lohnen. Die Lenker von Gravelvelos zeichnen sich durch eine ausgestellte Form aus. Viele fragen sich, welche Funktion diese atypische Form hat: Das Ziel ist dabei mehr Stabilität und Gleichgewicht.

Das Gleichgewicht der Fahrerin oder des Fahrers hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab: Der Schwerpunkt (je tiefer er liegt, desto stabiler bist du) und der Abstand der Arme (je grösser der Abstand, desto stabiler bist du). Ein ausgestellter Lenker ermöglicht eine Position mit tieferem Schwerpunkt und weiter auseinanderliegenden Armen, was das Gleichgewicht auf dem Velo maximiert.

Der Wechsel des Lenkers ist daher ein einfacher, aber wichtiger Schritt: Er bestimmt deine Position auf dem Velo. Nimm dir Zeit, deinen neuen Gravel-Lenker korrekt zu zentrieren, und teste deine Position, sobald er montiert ist.

Technisch gesehen solltest du beim Kauf prüfen, ob dein neuer Gravel-Lenker mit dem vorhandenen Vorbau deines Rennvelos kompatibel ist. Ist dies nicht der Fall, musst du den Vorbau wechseln, bevor du den Lenker montierst.

3. Schritt: Unsere Tipps, um den Antrieb deines Velos zu wechseln

Während Strassenpässe meist gleichmässig und mit moderaten Steigungen verlaufen, wartet beim Graveln oft das Gegenteil: kurze, sehr steile Rampen – dazu noch auf losem Untergrund. Um "überall durchzukommen", kann es sinnvoll sein, die Kassette zu wechseln und ein möglichst grosses Ritzel zu wählen. Gravelvelos sind serienmässig meist mit einer Einfachkurbel ausgestattet. Dein Rennvelo hat hingegen sehr wahrscheinlich eine Doppelkurbel. Es kann sinnvoll sein, bei der Doppelkurbel zu bleiben. Das bietet mehr Freiheit auf steilen Passagen, wie sie bei Offroad-Routen vorkommen können.

Wenn du deinen Antrieb wechselst, ist es ideal, für alle Komponenten dieselbe Marke zu wählen. So hast du weniger Probleme bei der Wartung deines Velos und bei der Kompatibilität der Teile. 

Der Unterschied zwischen einem Rennvelo-Antrieb und einem Gravel-Antrieb:

Typischerweise ist dein Rennvelo mit einem kleinen Kettenblatt mit 39 bis 42 Zähnen und einem grossen mit 52 oder 53 Zähnen ausgestattet. Hinten kommen meist Standardkassetten von 11–28 bis 11–32 zum Einsatz. 

➡️ Beim Gravel hingegen gilt es, zwischen Einfach- und Doppelkurbel abzuwägen, je nach Anspruch an Kletterkomfort und Alltagstauglichkeit. Die Doppelkurbel erleichtert die Anstiege, allerdings darf man das erhöhte Risiko von Kettenabwürfen durch den Kettensprung nicht unterschätzen. 

➡️ Grundsätzlich sind folgende Gravel-Konfigurationen verbreitet: 

•Einfachkurbel: Kettenblatt mit 40 oder 42 Zähnen in Kombination mit Kassetten 11–42 oder 11–40
• Doppelkurbel: Kettenblätter mit 48 und 31 Zähnen kombiniert mit einer 11–34 Kassette. 

Wenn das Rennvelo, das du umbauen möchtest, bereits mit einem Doppel-Kettenblatt mit geringem Abstand ausgestattet ist, kann es sinnvoll sein, diese Konfiguration beizubehalten. In Bezug auf Budget und Montage ist das Hinzufügen von Gängen hinten die einfachste Lösung. 

4. Schritt: Der Wechsel der Pedale

Da Gravel noch eine relativ junge Disziplin ist, sind Routenplaner für Gravel noch nicht so ausgereift wie für Mountainbike oder Rennvelo. Gerade beim Graveln trifft man häufig auf Trails, die schwierig zu befahren sind. Deshalb zählt der Wechsel auf SPD-Pedale zu den ersten Anpassungen beim Umbau deines Rennvelos zum Gravelbike. Dieses System ermöglicht ein schnelles Ausklicken im Bedarfsfall und gibt dir mehr Bewegungsfreiheit, wenn du den Fuss absetzen musst.

Im Unterschied zu Rennvelo-Pedalen sind SPD-Pedalen (wie sie im Mountainbike-Bereich verwendet werden) deutlich praktischer für Offroad-Einsätze. Sie sind kleiner, lassen sich einfacher ausklicken und verhindern, dass sich Schlamm unter den Füssen sammelt. Zudem ist der Cleat unter dem Schuh dezent integriert, was das Gehen auf unebenem Terrain erleichtert. 

Einige Hersteller bieten SPD-Pedale mit Plattform an, die mehr Stabilität bieten – besonders, wenn du noch nicht an Klickpedale gewöhnt bist. Ausserdem kannst du dein neues Gravelvelo so auch im Alltag nutzen, ohne zwingend Veloschuhe tragen zu müssen. 

Bonus: Welche Ausrüstung brauchst du fürs Gravelfahren?

Ist deine Rennvelo-Bekleidung fürs Gravelfahren geeignet? Ganz klar: ja! Das ist einer der Vorteile des Velofahrens: Du kannst auf der Strasse wie auch auf Trails mit nahezu derselben Ausrüstung unterwegs sein. Abgesehen von deinen Schuhen, falls du mit Klickpedalen fährst, musst du den Rest deiner Ausrüstung nicht neu kaufen.

Wenn du noch nicht ausgerüstet bist, findest du hier unsere (nicht abschliessende) Liste für dein Outfit:

• eine Velohose, kurz oder lang je nach Saison
• ein Trikot mit kurzen oder langen Ärmeln
• eine Jacke, warm oder kompakt und wasserdicht je nach Bedarf
• ein geprüfter Velohelm
• eine Velobrille zum Schutz vor Sonne und Spritzwasser
Kurzfingerhandschuhe oder Handschuhe für mehr Komfort an den Händen

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Unabhängig von Budget, mechanischen Kenntnissen oder verfügbarer Zeit gilt: Mach dir keine Sorgen. Gravel steht für eine freie, spielerische Art des Velofahrens, die jede und jeder individuell definiert. Manchmal genügt schon ein einfacher Reifenwechsel, um auf Waldwegen unterwegs zu sein, andere hingegen treiben das Graveln bis an seine Grenzen. Jede Person hat ihre eigene Art, Gravel zu fahren, Gravel steht vor allem für Freiheit!

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Was ist Gravel?

Gravel liegt irgendwo zwischen Rennrad und Mountainbike und erlaubt dir, sowohl über Landstrassen als auch über Schotterpisten, Feld- oder Waldwege zu fahren.Eine vielseitige und spielerische Disziplin, die Spass macht, egal auf welchem Level.