Lateinamerikanischer Tanz und Tänze der Welt
Der lateinamerikanische Tanz blickt auf eine reiche Kulturgeschichte zurück, die in den traditionellen Tänzen der indigenen Völker Lateinamerikas verwurzelt ist. Diese Tänze wurden ab den 1500er-Jahren stark von europäischen Kolonisten und afrikanischen Sklaven beeinflusst und entwickelten sich so zu dem lateinamerikanischen Tanzstil, den wir heute kennen.
Der lateinamerikanische Tanz hat seinen Ursprung in den traditionellen Tänzen Mexikos, Südamerikas, Mittelamerikas und der Karibik. Und wie in vielen Kulturen weltweit war Tanz ein zentraler Bestandteil des gemeinschaftlichen rituellen Lebens. Diese Tänze wurden bei Festivals und Ritualen aufgeführt, um kulturelle Glaubensvorstellungen symbolisch darzustellen. Die indigenen lateinamerikanischen Tänze waren stark strukturiert und organisiert und bezogen oft viele Tänzerinnen und Tänzer ein, die sich in komplexen Formationen bewegten. Traditionelle Tänze symbolisierten Ereignisse, Kämpfe sowie die Bewegungen von Bäuerinnen und Bauern beim Säen und Ernten.
Die heute populären lateinamerikanischen Tänze entwickelten sich in verschiedenen Städten und Ländern, bevor sie in den USA und in Europa von professionellen Musikerinnen, Musikern und Tanzcompagnien weiterentwickelt und formalisiert wurden. Die Salsa zum Beispiel hat sehr alte Wurzeln in Kuba, Kolumbien und Puerto Rico. Auch Cha-Cha-Cha, Rumba und Mambo stammen aus Kuba, während der Bolero in Spanien und Kuba entstand, bevor er sich in ganz Lateinamerika verbreitete.
18. Salsa
Die Ursprünge der Salsa reichen bis in die frühen 1900er-Jahre im Osten Kubas zurück, wo musikalische Elemente und Rhythmen verschiedener Stilrichtungen miteinander kombiniert wurden. Mit ihren unterschiedlichen Instrumenten und Rhythmen schufen der kubanische Son und die afro-kubanische Rumba die Basis für die spätere Entwicklung der Salsa. Dieser neue Rhythmus wurde mit amerikanischem Jazz verbunden und von kubanischen Musikerinnen und Musikern nach New York gebracht. Heute werden weltweit zwei verschiedene Salsa-Stile getanzt: der kubanische Stil «Casino» und der Stil aus Los Angeles (L.A.).
19. Flamenco
Dieser berühmte spanische Tanz entstand vor fast 500 Jahren in der Region Andalusien, erhielt seinen Namen jedoch erst im 18. Jahrhundert. Er ist ein vielschichtiger Tanz, der unterschiedliche kulturelle Einflüsse vereint, darunter islamische, andalusische, sephardische und arabische Elemente und Einflüssen der Gitanos. Seine leidenschaftliche und energiegeladene Verschmelzung von Gesang, Gitarre, Tanz und Handklatschen hat ihn weltweit bekannt gemacht.
20. Lambada
Dieser bekannte Paartanz stammt aus dem brasilianischen Bundesstaat Pará. In den 1980er-Jahren erlangte er internationale Popularität. Er vereint Elemente aus Forró, Salsa, Merengue, Maxixe und Carimbó zu einem leidenschaftlichen Tanzstil. Der typische Langsam-schnell-schnell-Rhythmus, kombiniert mit einer fliessenden, wellenartigen Körperbewegung, hebt diesen Tanz von anderen lateinamerikanischen Stilen ab und erklärt seinen Namen: Der Begriff «Lambada» stammt aus dem Portugiesischen und beschreibt eine peitschenartige, fliessende Körperbewegung.
21. Polka
Ursprünglich ein tschechischer Bauerntanz, leitet sich die Polka vom tschechischen Ausdruck für «Halbschritt» ab und bezieht sich auf das Tanzmuster mit wechselnden Schritten von einem Fuss auf den anderen. 1835 wurde die Polka erstmals in den Ballsälen von Prag getanzt, 1840 dann auch in Paris. Sie wurde schnell äusserst populär und eroberte Ende der 1840er-Jahre England und die USA. Polnischstämmige Amerikanerinnen und Amerikaner machten die Polka im 20. Jahrhundert zu ihrem Nationaltanz. Heute ist die Polka einer der wenigen Tänze des 19. Jahrhunderts, die weltweit weiterhin beliebt sind.
22. Bauchtanz
Die ersten Bauchtänzerinnen waren eine Gruppe nomadischer Tänzerinnen, die als Ghawazi bekannt waren. Diese Frauen wurden im 18. Jahrhundert in Kairo als „Zigeunerinnen“ bezeichnet, eine historische Fremdbezeichnung, und in den 1830er-Jahren aus der Stadt verbannt. Anschliessend traten sie in Oberägypten, im Nahen Osten und in Europa auf. Der Bauchtanzstil «Raqs Sharqi» begann sich in den 1900er-Jahren zu entwickeln und übernahm Elemente aus folkloristischen Tänzen, dem Ballett, lateinamerikanischen Tänzen und sogar aus amerikanischen Marschkapellen. In den 1960er-Jahren gewann der Bauchtanz in den USA an Popularität, zu einer Zeit, in der sich immer mehr Frauen emanzipierten.
23. Country- und Western-Tanz
Der Country-Tanz ist ein Gesellschaftstanz, der eng mit der amerikanischen Country-Musik und der Western-Tradition verbunden ist. Er umfasst zahlreiche Tanzformen und -stile, die zu Country- und Westernmusik getanzt werden können. Zu den Western-Gruppentänzen gehören der beliebte Line Dance sowie der Square Dance.
24. Volkstanz
Volkstänze sind weltweit verbreitet und existieren in Hunderten von Variationen und einzigartigen Stilen. Sie repräsentieren das kulturelle und ethnische Erbe der Menschen einer bestimmten Region oder eines Landes. In der Regel werden sie bei Tanzfestivals aufgeführt und von traditioneller regionaler Musik begleitet.
25. Bollywood-Tanz
Der Bollywood-Tanz entstand im 20. Jahrhundert in Indien. Er zeichnet sich durch aufwendige Choreografien, energiegeladene Bewegungen und Tänze mit vielen Mitwirkenden aus. Ursprünglich war der Bollywood-Tanz vor allem in Regionen verbreitet, in denen indische Filme aus Bollywood gezeigt wurden, heute wird er jedoch weltweit getanzt.